Xianwei Zhu "The Way of Mountains"

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Xianwei Zhus Landschaftsmalerei bildet eine Schnittstelle zwischen dem fernöstlichen Gedankengut des Zen-Buddhismus und der westlichen Ideenwelt der Romantik.

Beschreibung

Ein Maler, der zwischen Ost und West pendelt, der die Fernöstliche Philosophie und Ideenwelt mit jener des Westens in einen Topf wirft, mischt und neu auslegt. Ein moderner Caspar David Friedrich, mit Wurzeln in der Ming-Malerei, gewürzt mit der Weltbetrachtung eines Martin Heideggers. Zuviel des Guten? Eine zu grosse „Mischkulanz“ unterschiedlichster Epochen, geistlicher Gesinnungen und Stile? Keineswegs! Der Maler Xianwei Zhu versteht es, genau dies alles unter einen Hut zu bringen und eine eigene – von Ost und West beeinflusste – Bildsprache zu finden.
1971 in Qingdao in China geboren und im Zen Buddhismus aufgewachsen, hat Xianwei Zhu während seiner Kunststudien an der Hochschule Shandong und Hangzhou in China seine Liebe und sein Interesse am Westen entdeckt. Diese Liebe hat ihn nach Stuttgart an die Akademie der Bildenden Künste geführt, wo er ein weiteres Studium absolviert hat. In Folge ist Xianwei Zhu in Deutschland geblieben und hat sich intensiv mit der westlichen Lyrik, Malerei und Philosophie beschäftigt – ein Fremder, der seine neue Heimat erforscht hat. Günter Baumann benennt den Kerngedanken Zhus wie folgt: „Es geht um Heimat in einer globalisierten Realität.“ Der Maler wird „zum Wanderer zwischen den Welten“. Zhu verbindet das zentrale Thema der Ming-Malerei – „Natur und Harmonie“ – mit der „transzendenten Einsamkeit“ eines Caspar David Friedrichs und stellt dem Betrachter in seinem Werk – ganz im Sinne Heideggers – die Frage nach dem Dasein und der Zeitlichkeit.

Das Auge des Betrachters wandert unaufhörlich über Zhus Bilder, seine dargestellte Landschaft gibt keine klar erkennbare Perspektive vor, alles scheint zu flirren, dunstig ineinander zu vermischen, einen Hauch von Nebel legt sich über das Bild – und dann plötzlich, taucht aus dem scheinbaren Nichts eine Bergspitze auf. Der Himmel geht nahtlos über, in den Gebirgsbach, das Firmament spiegelt sich auf der Wasseroberfläche, oder doch nicht? Es ist diese Vermischung der Naturerscheinungen, welche die Zen Philosophie transportiert – keine Grenze ist mehr ausmachbar, das Oben wird zum Unten und umgekehrt. Und noch etwas macht Zhus Landschaft aus: der Mensch, welcher stets klein und unscheinbar in der erhabenen Landschaft zu finden ist. Ein klarer Hinweis darauf, dass das Menschsein einzig Teil eines grossen Ganzen ist.
Stimmungsvolle Bilder, deren Interpretation und Wirkung individuell ausgelegt werden, deren Inhalt meist die Natur ist. Diese zieht sich wie ein roter Faden durch Xianwei Zhus Bildwelt und manifestiert die Daseinsberechtigung und das Sein – aber gleichsam auch die Endlichkeit – der Menschheit. Der Maler sieht sich als Wanderer, als ein Entdecker dieser Welt, und der Betrachter seiner Werke wird bei jedem intensiven Blick auf eine neue Suche geschickt, welche stets Neues offenbart.

„Die Leute fragen nach dem Han Shan Weg
Han Shan? Kein Pfad führt euch dorthin
Hier schmilzt das Eis auch spät im Sommer nicht
Im Nebel steigt die Sonne blass wie der Mond
Und ich, wie ist es mir gelungen?
Mein Sinn ist nicht dem euren gleich-
Wenn euer Sinn wie meiner wäre
Dann führte er auch euch hierher“
(Han Shan, Kalter Berg 62, 7. Jahrhundert )

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  • Keine Durchführung

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Adresse

bechter kastowsky galerie
Poststrasse 48
9494 Schaan
Liechtenstein

Kontakt

Eva-Maria Bechter

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