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Burning

In langen, hypnotischen Einstellungen von seltener Schönheit präsentiert uns Meisterregisseur Chang-dong Lee einen Mystery-Thriller voller Rätsel und überraschender Wendungen. Der Film entwickelt eine sogartige Spannung.

Eines Tages trifft Jongsu seine ehemalige Nachbarin Haemi wieder. Er erkennt sie anfangs nicht, doch sie lässt nicht locker und die beiden verbringen einen Abend und sehr überraschend auch eine Nacht miteinander. Dann fragt Haemi Jongsu, ob er auf ihre Katze aufpassen kann, denn sie fährt ein paar Wochen nach Afrika. Jongsu willigt ein. Doch als Haemi wieder aus Afrika zurückkommt, hat sie plötzlich Ben im Schlepptau. Ben ist unfassbar gutaussehend, unendlich reich, kultiviert und ab jetzt immer mit dabei, wenn Jongsu und Haemi einander sehen. „Womit verdient er eigentlich sein Geld?“, fragt Jongsu einmal berechtigterweise. Niemand weiß es. „Es gibt viele Gatsbys in Korea“, kontempliert Jongsu. Und er hat Recht. Die Freunde sind im gleichen Alter, doch der Unterschied zwischen ihnen könnte größer nicht sein.

Was sie allerdings verbindet, ist das Feuer. Jongsus Feuer ist für Haemi und seine Autorenkarriere ist groß. Haemis Feuer ist allumfassend, sie will leben und atmen und spüren und vor allem nicht mehr allein sein. Und Bens Feuer? Seins ist weitaus mysteriöser, er selbst sagt, er will nur Spaß haben. Und Jongsu will seine Geschichte erzählen, denn er ist doch Autor. Doch was er dann erzählt, ist eigenartig. Er, der reiche Ben, brennt Gewächshäuser nieder. Und zwar genau alle zwei Monate. In ein paar Tagen ist es wieder soweit. Er wird eines niederbrennen, ganz in der Nähe von Jongsus Haus. Doch es geschieht nichts. Und dann ist Haemi verschwunden. Und bleibt es auch. Aus Sorge um sie und die Katze bricht Jongsu in ihr Apartment ein und merkt dort, dass etwas nicht stimmt.

 

Lee Chang-dongs Burning basiert auf der Kurzgeschichte Barn Burning von Haruki Murakami, doch Lee hat aus dieser nicht nur einen 148-minütigen Film geschaffen, sondern vor allem ein Werk, das wunderbar zwischen Psychothriller und Noir verankert ist. Die Geschwindigkeit des Filmes ist dabei äußerst langsam, doch gerade das kreiert eine leise, aber ständig vor sich hin brodelnde Spannung, die niemals abnimmt, niemals zu viel wird, sondern sich mit äußerster Präzision steigert.