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Tina's Gespür für Schnee

Geboren in eine Familie von Olympiasiegern und Weltmeistern, ist Tina Weirather mittlerweile selbst ein Star im internationalen Skizirkus und hat an den Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea die Bronzemedaille im Super-G gewonnen.

Das Talent wurde Tina bereits in die Wiege gelegt. Mutter Hanni Wenzel ist zweimalige Olympiasiegerin, vierfache Weltmeisterin, Gesamtweltcupsiegerin 1978 und 1980. Papa Harti Weirather holte 1981 den Abfahrtsweltcup und krönte sich 1982 in Schladming zum Abfahrtsweltmeister. Tina sei so schlau gewesen und habe sich von beiden Elternteilen nur das Gute ausgesucht, lacht Mama Hanni: «Vom Papa hat sie die Begeisterung für die Abfahrt und die Geschwindigkeit, von mir das Gespür für den Schnee.»

Ihre ersten Schwünge zog Tina, die eigentlich Christina heisst, im zarten Alter von zweieinhalb Jahren in den Schnee. «Es war beim Skikurs der ‹Roten Teufel› in Kitzbühel», erinnert sich Hanni Wenzel. Es war der Beginn einer grossen Leidenschaft. «Tina hat nichts lieber getan, als Ski zu fahren. Beim Mittagessen zog sie die Skischuhe nicht aus, um keine Zeit zu verlieren, und sie war vom frühen Morgen bis zur letzten Liftfahrt auf der Piste.» 1992 war Klein-Tina als Vorläuferin beim «Hanni Wenzel Cup» zu bestaunen, zwei Jahre später startete sie in ihren ersten Skirennen durch und liess schnell etwaige Zweifler an ihrem besonderen Talent verstummen.

Verletzungsteufel als treuer Begleiter

Kein Wunder, könnte man daher denken, dass Tina Weirather mittlerweile schon einige Weltcuprennen gewonnen hat. Doch so reibungslos verlief die Entwicklung vom einstigen Wunderkind zur absoluten Spitzenfahrerin nicht. Tina musste auf ihrem Weg zum Gipfel viele tiefe Täler durchschreiten und etliche Rückschläge verkraften – denn der Verletzungsteufel war lange ihr ungebetener, aber umso treuerer Begleiter. Das erste Mal schlug er zu, als Tina 17 war und frisch gekürte Junioren- Weltmeisterin in der Abfahrt. Beim Training zur Weltcupabfahrt in Lenzerheide kam die Athletin des Skiclubs Schaan schwer zu Sturz und zog sich Kreuzbandrisse in beiden Knien zu. Ein Jahr später folgte bei einem Trainingssturz im Pitztal der nächste Kreuzbandriss, und im Januar 2010, in der Abfahrt von Cortina d’Ampezzo, Kreuzbandriss Nummer vier.

Die ersten beiden schweren Bänderverletzungen nahm Tina noch relativ locker, die dritte war zäh, der vierte Kreuzbandriss dann «ein Weltuntergang», wie sie es einmal im Gespräch mit dem ehemaligen liechtensteinischen Skirennfahrer Marco Büchel beschrieb: «Ich musste mir echt lange überlegen, ob es noch Sinn macht. Irgendwann habe ich entschieden, es nochmals zu probieren.» Entscheidend war letztlich ein Praktikum bei einer Lebensversicherung. Da wurde ihr klar, «Skifahren ist einfach das Geilste. Wenn du die Chance hast, diese Trainings zu erleben, in einer Mannschaft zu sein, zu reisen, viele Leute kennenzulernen, in der Natur zu sein, deine Grenzen jeden Tag auszuloten, also wenn du diese Chance hast – die kriegen ja vielleicht nur zwei von hundert –, musst du sie packen.» So tauschte sie Bürojob und Computerarbeit wieder gegen frische Natur, Schnee und Skier ein. Übrigens sehr zum Leidwesen ihre Vaters Harti Weirather, der ihr den Rücktritt nahegelegt hatte und auch heute noch mit einem mulmigen Gefühl die Karriere seiner Tochter verfolgt. «Als Vater einer Tochter würdest du am liebsten vom Start bis ins Ziel alles in Watte verpacken. Oder dir wünschen, dass sie lieber Langlauf betreibt.»

Wie die Mutter, so die Tochter

Langlaufen stand für Tina Weirather allerdings nie zur Debatte. Journalistin wollte sie mal werden. Plan A war aber immer schon Skiprofi. Bis sie elf war, spielte sie in den Sommermonaten noch regelmässig Tennis, trainiert von Melanie Molitor, der Mutter der Schweizer Tennisausnahmekönnerin Martina Hingis. Dann hatte sie genug von zwei Sportarten, wollte sich nur noch aufs Skifahren konzentrieren. Mama Hanni Wenzel akzeptierte die Entscheidung ihrer Tochter: «Ich versuchte in erster Linie, meinen Kindern die Begeisterung für den Sport weiterzugeben.» Das ist ihr gelungen. Ausserdem nahm sie ihrer Tochter den immensen Druck, in die riesigen Fussstapfen der Eltern treten zu müssen. «Mir war es von Anfang an wichtig, dass Tina ihre eigene Persönlichkeit entwickelt. Als Tochter von Hanni und Harti stand sie seit frühester Kindheit unter Druck und besonderer Beobachtung – das war unangenehm. Deshalb sagten wir ihr immer wieder: ‹Egal, wer wir sind, du bist du. Deine Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt, nicht unsere.›» Sie spüre tatsächlich keinen Druck, sagt Tina. Im Gegenteil: «Ich bin stolz auf meine Eltern und froh, so erfahrene Menschen um mich zu haben.»

Auch wenn bei Hanni und Tina das Sprichwort «Wie die Mutter, so die Tochter» in vielerlei Hinsicht zutrifft, vom Naturell her sind sie doch verschieden. War Hanni eher die introvertierte Sportlerin, ist Tina eine ausgesprochene Teamplayerin, fühlt sich in einer Mannschaft richtig wohl und hat im Skizirkus viele enge Freundinnen, darunter Anna Veith (ehemalige Fenninger) und Lara Gut, ihre direkten Konkurrentinnen um Weltcupsiege und Medaillen. Aber anders als Veith, Gut oder US-Superstar Lindsey Vonn ist Tina Weirather keine Sportlerin, die polarisiert und den Medien Stoff für Sensationsgeschichten liefert. «Ich bin vielleicht langweilig», lacht sie. Sie beleidige weder Leute, noch sei sie anderen ihre Erfolge neidisch.

Höhepunkte und Erfolge

Wobei sie Letzteres auch nicht muss, denn Tina Weirather hat selbst zahlreiche Erfolge vorzuweisen: In der Saison 2011/12 war sie hinter Lindsey Vonn die zweitbeste Abfahrerin der Welt. Am 1. März 2013 feierte sie schliesslich im Super-G von Garmisch- Partenkirchen ihren Premierensieg im Weltcup und war damit die erste Tochter einer ehemaligen Weltcupsiegerin, die ebenfalls einen Weltcupsieg einfahren konnte. In der darauffolgenden Saison bestätigte Weirather ihre Topform in den Speeddisziplinen und stiess auch im Riesenslalom an die Weltspitze vor. Als Lohn für den Triumph im Riesentorlauf von Val d’Isère führte sie eine Woche lang das Weltcup-Gesamtklassement an. Es folgten der Sieg in der Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen im März 2015 und der Erfolg im Super-G von La Thuile im Februar 2016. Beim Weltcupfinale Mitte März 2016 in St. Moritz triumphierte Tina Weirather im Super-G, machte damit das halbe Dutzend an Weltcupsiegen voll und zog damit mit Papa Harti Weirather gleich. Gleichzeitig übertraf sie als Gesamtweltcup-Vierte die magische 1’000-Punkte-Marke. Am 7. Februar 2017 gewann sie bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz im Super-G die Silbermedaille. Im März 2017 setzte sie sich beim Weltcupfinale in Aspen durch ihren Sieg im Super-G in der Super-G-Disziplinenwertung mit fünf Punkten Vorsprung durch. In der Saison 2017/18 folgten im kanadischen Lake Louise sowie in Grans-Montanta die nächsten Siege im Super-G. Der Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere war aber sicherlich der Gewinn der Bronzemedaille im Super-G an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang/Südkorea am 17. Februar 2018. Im März 2018 gewann sie den Gesamtwertung im Super-G bereits zum zweiten Mal.

Steckbrief
Nation: Liechtenstein
Geburtstag: 24. Mai 1989
Verein: SC Schaan

Liechtenstein Botschafterin
Seit dem 1. Januar 2018 ist Tina Weirather Botschafterin von Liechtenstein Marketing. Als Spitzensportlerin geniesst Tina Weirather im In- und Ausland grosses Ansehen und Bekanntheit. Als Botschafterin unterstützt sie die Marketingaktivitäten Liechtensteins aktiv.

Mehr über Tina Weirather
Website von Tina Weirather
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