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The Liechtenstein Trail
Day three – Vaduz to Ruggell

Von Luke Waterson

Vaduz mag zwar klein sein, es hat aber eine sehr kosmopolitische Ausstrahlung. In der Fussgängerzone beginnt meine Erkundung beim schönen Rathaus, welche mit Motiven zu Ehren von St. Urban, dem Schutzpatron der Winzer, verziert ist. Das ist angesichts der Fülle an idyllischen Weinbergen in Vaduz sehr passend . Meine Entdeckungstour führt mich zu den wichtigsten Museen. Das erste ist das moderne Kunstmuseum, das zeitgenössische Kunst in einem schwarzen, glänzend reflektierenden Würfel mit einer beeindruckenden Sammlung von Skulpturen und Kunstinstallationen sowie einem attraktiven Café beherbergt. Als nächste besuche ich das PostMuseum welches sich mit der einzigartigen Postgeschichte Liechtensteins befasst. Das Land ist in der Tat ein Paradies für Briefmarkensammler, denn die Liechtensteiner Briefmarken sich sehr rar und von hoher historischer Qualität. Schließlich folgt das LandesMuseum, das liechtensteinische Nationalmuseum,  welches mich in  die Geschichte und Traditionen des Landes eintauchen lässt. Das LandesMuseum befindet sich  in einem eindrücklichen Gebäude, welche wie geschaffen ist, um die Identität des Landes zu verankern. Am anderen Ende der Fussgängerzone befindet sich die Pfarrkirche St. Florin, wo mehrere Mitglieder der liechtensteinischen Fürstenfamilie ruhen.

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Aber der Ort, an dem mich am besten entspannen kann, liegt etwas ausserhalb des Zentrums von Vaduz. Die Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein ist für mich die spannendste Attrakion in Vaduz . Das Weingut befindet sich inmitten der wenigen Hektar farbenvoller Weinberge, welche den nördlichen Teil des Hauptortes so charmant machen. Ich entschliesse mich zu einer Weinverkostung. Die äusserst aufmerksamen Mitarbeiter begleiten mich bei der Verkostung von vier Weinen aus den fürstlichen Weingütern, die sich in Liechtenstein und Österreich befinden. Schnell stellte sich heraus, dass auf liechtensteinischem Boden der Weinbau schon lange betrieben wird, lange bevor Liechtenstein zum Fürstentum wurde und einen Fürsten hatte. Der Liechtensteiner Weinbau, der für eines der besten Anbaugebiete im gesamten Rheintal bekannt ist, reicht mindestens sechs Jahrhunderte zurück. Liechtenstein ist mit weniger als einhundert Tonnen Wein pro Jahr die kleinste Weinproduktionsnation der Welt. Der liechtensteinische Wein gilt als einer der vielseitigsten auf der Welt und ich kann werde em  Chardonnay noch dem beerenreichen Pinot Noir wiederstehen..

Es ist wohl nicht die klügste Idee, den weitesten Tagesabschnitt auf dem Liechtenstein-Weg nach dem Besuch der fürstlichen Hofkellerei in Angriff zu nehmen. Mir bleibt aber keine Wahl, denn mein nächster Aufenthaltsort auf dem Liechtenstein-Weg befindet sich im fast 30 km entfernten Ruggell . Zunächst ist es jedoch an der Zeit, dem einwohnermässig grössten Dorf Liechtensteins einen Besuch abzustatten: Es ist aber nicht wie vermutet Vaduz, sondern das wesentlich unbekanntere Schaan, das rund 500 Einwohner mehr als Vaduz aufweist. Nach dem vielen Wein habe ich das Bedürfnis nach einem Muntermacher und ich entschliesse mich spontan einen Abstecher zu Demmel Kaffee zu machen. Die Kaffeerösterei Demmel Kaffee ist dafür bekannt, dass er einen der besten Kaffees diesseits der Alpen zubereitet. Der Besitzer Peter Demmel probiert gleich sein neuestes Ristretto mit etwa der fünffachen Stärke eines durchschnittlichen Espressos an mir aus: Es überrascht wohl nicht, dass ich Schaan praktisch hüpfend verlasse.

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Der Liechtenstein-Weg führt uns durch den Wald zu dem sehr schmucken Dorf Planken. Diese kleine Siedlung liegt auf rund 700 Metern über Meer und verzaubert mich mit seinen tradionellen Holzhäusern und einer fantasitschen Aussicht auf das Talgebiet. Planken liegt direkt unter der markanten Drei Schwestern Kette. Als ob der Weg mit mir spielen würde, fällt die Strecke nun wieder ab und führt mich durch Kiefernwälder nach Nendeln. Nendeln ist vielleicht am bekanntesten für einen der wenigen liechtensteinischen Bahnhöfe mit direkten internationalen Verbindungen in die Schweiz und nach Österreich. Doch lange bevor die Eisenbahn in Nendeln Fuss gefasst hat, errichteten die Römer eine Festung am Rande des Dorfes. Auch heute noch sind Ruinen davon zu sehen.

Was nun folgt, ist einer der flachsten Teile des Liechtenstein-Weges durch die Dörfer Nendeln und Eschen. Dramatische Ereignisse haben sich jedoch auch hier ereignet. Denn eine der schlimmsten Überschwemmungen die das Rheintal jemals heimgesucht hat, verursachte hier in den 1920er Jahren massive Verwüstungen. Beim Sportpark fällt mir ein ein grosses, bizarres weißes Denkmal ins Auge. Hierbei handelt sich um das Denkmal für den Besuch von Papst Johannes Paul II. 1985. Es ist für mich kaum vorstellbar, dass der Past damals an dieser Stelle vor über 30'000 Menschen, mehr der Gesamtbevölkerung Liechtensteins zu dieser Zeit, eine Messe abgehalten hat. Zwischen Nendeln, Eschen und Schaan befinden sich einige der grössten Unternehmen des Landes, darunter Hilti, ein Hersteller von Befestigungstechnik und Ivoclar Vivadent, die dafür bekannt sind, dass rund 20% des weltweiten Anteils an falschen Zähnen produziert werden.

Luke Waterson

«Der Liechtenstein-Weg verlasst mich, stetz das Unerwartete zu erwarten.»

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Dieser Teil des Landes gehörte vor 1719 zur Herrschaft von Schellenberg: 1719 wurde die Herrschaft Schellenberg mit der Grafschaft Vaduz vereinigt und es entstand das Fürstentum Liechtenstein. Augenfällig ist der mit Bäumen und Wiesen überzogene Eschnerberg der sich rund 200 Meter in die Höhe erstreckt. Ich gehe über die Westflanken Eschnerbergs nach Ruggell, dem nördlichsten Dorf Liechtensteins. Der Liechtenstein-Weg erfordert von mir stetz das Unerwartete zu erwarten: Denn Liechtenstein befindet sich zu 100% in den Alpen, aber Ruggell ist komplett flach. Am Ende des Tage bin ich nach über 30 Kilometern zu Fuss sehr müde und hungrig. Es ist an der Zeit für einen Abstecher ins Restaurant Kokon und dann falle ich totmüde in mein Bett.



Informationen und Angebote

  • Der Liechtenstein-Weg

    Auf dem Liechtenstein-Weg warten 75 Kilometer voll mit spannenden Geschichten, Sehenswürdigkeiten, herrlichen Ausblicken, idyllischen Rastplätzen und vielem mehr auf den Entdecker.

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  • Die App LIstory

    Der Ideale Begleiter auf dem Liechtenstein-Weg ist die App LIstory. Tauchen Sie mit der App in die Geschichte und Kultur des Lands ein und nutzen Sie die App auch für die Streckenplanung und Navigation.

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  • Etappenplanung

    Wir empfehlen Ihnen, den Liechtenstein-Weg während mehreren Tagesetappen zu erwandern. An den Etappenorten oder in der Nähe davon finden Sie verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten und Restaurants.

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Über Luke Waterson

Luke ist Schriftsteller und Reiseschriftsteller und lebt in Wales. Vom ersten Moment an als er einen Stift halten konnte (und das Ende davon kauen), hat er seine Beigeisterung fürs Lesen und Schreiben entwickelt. Als viermaliger Gewinner des Bridport-Preises in der Kategorie Kurzgeschichten führte ihn sein erster Abstecher in die Reiseberichterstattung zu lokalen Zeitungen. Heute schreibt Luke Bücher für renomierte Reisemagazine wie Lonely Planet, Rough Guides, Insight Guides und Avalon Travel Publishing. Im Weiteren schreibt er auch für Telegraph, Independent, BBC, Which?, N von Norwegian, Morning Calm Magazine, Adventure.com und das Walk Magazine.

#liechtensteinweg: Impressionen vom Liechtenstein-Weg